Aktive Führung und Hingabe
Auszug aus Interview mit Doris Christinger und Peter A. Schröter, Magazin Annabelle 20/11
Inwiefern wurde die Lust mit den Errungenschaften der Emanzipation besiegt, wie Sie in Ihrem neuesten Buch schreiben?
D. Christinger:
Die Grenzen zwischen den Geschlechtern wurden mit der Emanzipation verwischt, die Spannung zwischen Mann und Frau neutralisiert. Die Folgen für Sexualität, Lust und Leidenschaft sind verheerend.
Maskuline Frauen wissen nicht mehr, was Hingabe in allen Facetten bedeutet. Vor allem aber wissen verweiblichte Männer nicht mehr, wie man eine Frau erobert, oder anders gesagt: überwältigt.
Wenn die Sexualität in einer Beziehung nicht zu den achetypischen Energien beider Geschlechter zurückfindet, wird sich der Mann von der Frau manipulieren und die Frau vom Mann dominieren lassen.
Was genau meinen Sie mit überwältigen?
P. Schröter:
Natürlich geht es niemals darum, der Frau etwas aufzuzwingen! Aber der Mann muss nach dem romantischen Dinner und der Nackenmassage auch nicht dreimal fragen, ob es ihr jetzt vielleicht recht wäre oder doch lieber nicht. Die meisten Paare reagieren erleichtert, wenn wir sagen, dass der Mann aktiv führen soll. Wenn er den Mut hat, seine Frau bewusst mitzureissen und sie seine Liebe spürt, kann sie sich hingeben. Wenn er das nicht übernimmt, kann sie ihre Kontrolle niemals loslassen!
Akzeptieren wir die feminine Hingabe und die maskuline Stärke als Basis sexuellen Erlebens, dann steht der Leidenschaft und den vielen Spielarten der Sexualität oft nichts mehr im Weg, weil die Basis stimmt.
Aktive Führung und Hingabe
